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Die zwei Gesichter des Januars

Kinostart: 29. Mai 2014

Die Erwartungen sind hoch.

Da wäre zum einen Patricia Highsmith, die die Romanvorlage zu „Die zwei Gesichter des Januars“ im Jahr 1964 schrieb und wohl zu den interessantesten US-Krimischriftstellerin überhaupt gehörte. Oder Oscar Isaac, der in der Coen-Verfilmung „Inside Llewyn Davis“ nicht nur schauspielerisch sondern auch gesanglich mehr als überzeugen konnte. Und natürlich Viggo Mortensen, der immer für einen Bösewicht mit verschrobenem Charakter gut ist. Auch Kirsten Dunst ist natürlich ein großer Name, selbst wenn sich ihre Filmografie eher mittelspannend liest. Aber dafür gibt es dann ja noch Hossein Amini, der für sein Drehbuch zu „Drive“ zu Recht zigfach in den Himmel gelobt wurde und hier und jetzt sein Regiedebüt abliefert.

Ja, die Erwartungen sind wahrlich hoch.

In der Tat ist die Geschichte tückisch und trickreich. Es geht um ein kultiviertes, amerikanisches Touristenpärchen im Athen der 60er-Jahre. Vor der romantisch inszenierten Kulisse des Mittelmeers freundet sich Rydal, ein junger Reiseführer, mit den mysteriösen beiden an und gerät zunehmend in ein Dickicht aus Lügen, Geheimnissen, Misstrauen und Verrat. Nacheinander passieren dann zwei Morde, doch keiner weiß je die ganze Wahrheit, vertraut gar irgendjemand anderen und zu allem Überfluss ist auch noch Liebe im Spiel. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel im Dreieck, bei dem jeder denkt, er wäre die Katze, doch wenn überhaupt nur die Maus ist.

Doch der Eindruck wird nach und nach gedämpft.

Lange bleibt unklar, warum sich überhaupt sowas wie Ernüchterung breit macht, sind doch die sommerlichen Bilder herrlich eingefangen, die Szenen passend mit Musik von Alberto Iglesias untermalt und zumindest die beiden männlichen Charaktere faszinierend und großartig gespielt. Wahrscheinlich liegt es jedoch genau daran, dass eine Dreiergeschichte eben von drei Personen lebt, die weibliche Rolle aber zunehmend zum Spielball degradiert wird und der Film somit seinen Spannungsbogen verliert und in einer fast banalen Schlussszene sein Ende findet. Optimisten würden sagen, es sei ein Finale ganz in Tradition des Film noir.

Schön wäre es gewesen.

© Geschrieben für Mit Vergnügen

25.05.2014

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